Powersaat Sesam – Hüter verborgener Schätze

„Sesam öffne dich“ heißt der Zauberspruch aus dem arabischen Märchen und gibt den Weg frei zu ungeahnten Schätzen. Die Sesam Saat selbst ist ebenfalls eine wahre Schatztruhe. Die kleinen Samen, die wir vor allem von unseren Frühstücksbrötchen her kennen, beinhalten viele wertvolle Nährstoffe. Die alte Ölsaat ist schon seit Jahrtausenden ein fester Bestandteil in der arabischen und asiatischen Küche.

Uralte Kulturpflanze
Schon 3000 v. Ch. wurde Sesam angebaut. Im Gebiet des heutigen Irak/ Syrien, dem früheren Mesopotamien wurden Hinweise für den Anbau von Sesam gefunden. Auf einer Tontafel mit babylonischer Keilschrift steht „Mit Sesam würzen die Götter“, was darauf hinweist, dass schon damals die Ölsamen hoch geschätzt wurden. Ursprünglich stammt der Sesam von Wildformen aus den Gegenden der Malabarküste (Südwestindien) und dem nordwestlichen Indien. In alten Hindu-Legenden wird Sesam als Symbol der Unsterblichkeit erwähnt. Die Kulturpflanze selbst hat sich vom Indus-Gebiet aus im gesamten vorderasiatischen Gebiet und im Mittelmeerraum verbreitet. Die alten Ägypter, Griechen und Römer schätzten den Sesam in Form von Öl und als Gewürz sehr. Bei griechischen und türkischen Soldaten zählte Sesam früher übrigens auch zur Marschverpflegung.

Anbau
Sesam ist eine weit verbreitete Kulturpflanze und eine der ältesten Ölpflanzen der Welt. Heute wird er in allen tropischen und subtropischen Regionen der Erde angebaut, wobei Hauptanbaugebiete Burma, Indien und Japan sind. Die 3 – 4 mm großen Ölsaaten wachsen an einer ca. 1 m hohen Pflanze in Schoten. Eine Schote enthält ungefähr 100 Samen. Die Pflanzen gedeihen vor allem in warmen, mässig-feuchten Regionen. Da Sesam (Sesamum indicum) anspruchslos ist, kann auf Düngung komplett verzichtet werden und bietet sich so hervorragend für den biologischen Anbau an. Insgesamt werden pro Jahr 4 Millionen Tonnen der kleinen Saaten angebaut.

Schwarze, rote, weiße und goldene Samen
Sesam gibt es in vier unterschiedlichen Farbnuancen: Schwarz, rot, weiß und goldgelb. Die schwarzen Samen sind eine Urform des Sesam und enthalten mehr Vitalstoffe als die anderen Samen. Geschmacklich sind sich alle Sorten allerdings ähnlich. Die kleinen Samen schmecken leicht nussig. Geröstet wird der Geschmack intensiver und gibt vielen asiatischen Gerichten eine typische Note. Sesam wird auch gerne in der asiatischen Küche verwendet, vor allem als Tahin, ein Mus aus Sesamsamen und als Halwa ein Süßspeise aus Sesam und Honig.

Inhaltsstoffe
Sesam besteht aus vielen hochwertigen Nährstoffen. Er ist reich an wichtigen Mineralstoffen, vor allem Kalcium ( 740mg pro 100g), Kalium (460mg pro 100 g), Magnesium (340mg pro 100g), Eisen (10mg pro 100g), Selen (800µg pro 100g), Zink, Kupfer und Mangan. Er enthält auch fast alle B-Vitamine (vor allem Vit B1, B3, B5), Vitamin A und viel Vitamin E. Mit 50g Fett pro 100g ist Sesam sehr ölhaltig und dadurch sehr nahrhaft. Das Öl setzt sich aus einigen nichtessetiellen und vielen essentiellen Ölsäuren wie Leucin, Lysin, Tyrosin, Tryptophan und Arginin zusammen. Zwei besondere Bestandteile sind das Sesamin und Sesamolin. Diese sind in der Außenschale enthalten und haben eine antioxidative Wirkung, senken den Cholesterinspiegel und beugen gegen Krebs vor.

Wirkungen

  • Nervenfutter
    Die Vitalstoffkombination macht den Sesam zu einem guten Nervenfutter. Magnesium, Kalium und Calcium sind Mineralstoffe, die uns helfen mit Stress besser umzugehen. Thiamin ( Vit B1) und Tryptophan fördern die Produktion von Serotonin. Das sogenannte Glückshormon Serotonin ist unter anderem für unsere Stimmung und unsere Schlaftiefe zuständig.
  • Antiaging
    Der hohe Kupfergehalt hilft bei Arthritis, . Und bereits zwei Teelöffel Sesam decken den Tagesbedarf an Selen ab. Selen hilft den Körper zu entgiften und kann Zellen vor frühzeitiger Alterung schützen. Sesam bitte nicht übermäßig verzehren, da Selen in höheren Dosen Vergiftungserscheinungen hervorruft!
  • Schönheit
    Die vielen B-Vitamine unterstützen die Haut in ihren vielfältigen Funktionen. Ebenso hilft der hohe Zinkgehalt der Haut ihre Elastizität zu bewahren. Zink benötigt der Körper um Kollagen zu bilden. Kollagen ist wichtig für das Bindegewebe und auch für das Muskelgewebe und stärkt so Haut und Haare. Sesamöl direkt auf die Haut aufgetragen mindert Narben und Falten.
  • Strahlenschutz
    Die Ölsäure Sesamol schützt unsere DNA vor Strahlungen. Sesamöl ist deshalb in der Strahlentherapie ein wertvoller Begleiter.
  • Verdauung
    Darüber hinaus enthält Sesam viele Ballaststoffe und sorgt somit für eine gesunde Verdauung.
  • Stoffwechsel
    Sesam ist reich an pflanzlichen Proteinen, die unser Körper gut für verschiedene Stoffwechselprozesse aufspalten und verwenden kann. Proteine geben uns mehr Kraft, Energie und fördern ein gesundes Zellwachstum.
  • Gut für die Knochen
    Sesam enthält viel Kalzium, dass unser Körper für den Knochenbau und Knochenstruktur braucht. Die kleinen Samen enthalten mehr Kalzium als Milch. Dies ist vor allem für alle interessant, die eine Laktose Unverträglichkeit bzw. Intoleranz haben.

Gomasio – Gewürz mit Sesam
Ist ein Gewürz aus Sesam und Salz, das sehr gut zu Gemüse- und Reisgerichten passt oder auch einfach auf dem Butterbrot lecker schmeckt. Für das Gomasio wird das Salz (Stein- Meersalz) leicht erhitzt und anschliessend im Mörser zerstossen. Ebenso wird der Sesam ohne zusätzliches Fett oder Öl in einer Pfanne angeröstet, bis sich das nussige Aroma des Sesam verbreitet. Die geröstet Sesamsaat wird ebenfalls im Mörser zerkleinert. Sesam und Salz wird dann in einem Verhältnis 10:1 vermischt. Das Mischungsverhältnis kann variiert werden, je nach dem wie salzig man es haben möchte. Die gerösteten Samen können auch ohne Salz verwendet werden. Diese schmecken besonders gut zu Süßspeisen oder zu Müsli.

Sesam und Allergien
So gesund Sesam auch ist, sollten Menschen mit einem empfindlichen Magen bzw. Darm vorsichtig sein. Hier einfach erst kleine Mengen testen. Zu große Mengen können zu Reizungen, Erbrechen oder Bauchschmerzen führen. Zudem reagieren einige mit Juckreiz, Nesselsucht oder Dermatitis auf Sesam. Bei einer bestehenden Nussallergie sollte Sesam nur mit Rücksprache mit dem Arzt probiert werden.

Qualität
Sesam sollte am besten ungeschält und ungeröstet gekauft werden, da er so den höchsten Nährstoffgehalt hat. Auch ist Sesam in Bio-Qualität immer dem Sesam aus konventionellen Anbau zu bevorzugen, um eine Belastung mit Pestiziden zu vermeiden.

Lagerung
Sesam ist trotz seines hohen Ölgehalts recht oxidationsstabil und findet daher viele Anwendungen in der Küche. Trotzdem sollte die Ölsaat wegen der vielen ungesättigten Fettsäuren, die mit Licht und Sauerstoff reagieren, immer lichtgeschützt und luftdicht an einem kühlen Ort aufbewahrt werden. Gut gelagert hält sich Sesam zwischen 12 bis 18 Monaten. Riecht er ranzig, ist er schon zu alt und sollte entsorgt werden.