Paleo-Diät: Was uns die Steinzeit voraus hatte

Paleo-Diät

Seit einigen Jahren taucht der Begriff der Paleo-Diät immer häufiger auf. Mal wird er als Hollywood-Methode zum Abnehmen deklariert, mal als Steinzeit-Diät erklärt. Um gleich eingangs mit einem dieser Vorurteile aufzuräumen: Es handelt sich nicht um eine Diät im klassischen Sinne, sondern vielmehr um eine Umstellung der Ernährung. Ein Wort taucht schon richtigerweise auf, denn abgeleitet ist der Begriff Paleo vom Wort Paläolithikum, was auf lateinisch Steinzeit bedeutet. Es kann insofern von einer Steinzeit-Ernährung gesprochen werden, denn das Grundprinzip beruht darauf, sich möglichst roh, unverarbeitet und naturbelassen zu ernähren. Nur die Nahrungsmittel werden gegessen, mit denen sich die Menschen in der damaligen Epoche versorgen konnten. Diese sammelten entweder ihre Nahrung in Form von Beeren, Pilzen, Eiern, Gemüse und Früchten oder sie machten sich auf die Jagd nach Wild, Fleisch und Fisch.

Worauf muss bei einer Paleo-Ernährung verzichtet werden?
Wer sich auf die Paleo-Ernährung einlässt, wird zwar von einer Reihe an Vorteilen profitieren können, muss aber auf viele gewohnte Lebensmittel verzichten. Sämtliche verarbeitete Produkte fallen dabei schon einmal weg. Das bedeutet, Schokolade und Kartoffelchips sind ebenso tabu wie Fertiggerichte. Das gilt ebenso für Zucker, Brot und Milchprodukte und Hülsenfrüchte. Wer unschlüssig ist, ob ein bestimmtes Lebensmittel zu dieser Ernährungsform passt oder nicht, stellt sich am besten die Frage, ob es bei den Steinzeitmenschen vorgekommen wäre. Ein Quark fällt dabei durch das Raster, denn die Tierhaltung kam erst später mit der Besiedelung und der Sesshaftigkeit hinzu. Das erklärt, warum eben auf Milchprodukte verzichtet werden muss. Ganz ähnlich lässt sich auch der Verzicht auf alles, was auf Feldern angebaut wird, erklären.

Je frischer, desto besser
Die vorrangige Absicht einer Paleo-Ernährungsweise besteht nicht darin, Körperfett zu verlieren, sondern es wird ein gesunder Lebensstil angestrebt. Weiterhin soll der Körper in einen Einklang mit der Nahrungsaufnahme gebracht werden. Insofern muss auch keine einseitige Ernährung befürchtet werden. Aber welche Lebensmittel finden beim Paleo-Prinzip Platz? Zunächst einmal gilt der Grundsatz: Je frischer, desto besser. Obst und Gemüse lassen sich daher am besten auf dem Wochenmarkt oder direkt beim Bauern kaufen, ebenso wie Eier. Was Fleisch, Fisch und Wild angeht, kommen die meisten Angebote aus dem Supermarkt nicht in Frage. Fische werden oft gezüchtet, Wild ist mit ungesunden Zusätzen versehen, wie auch anderes Fleisch, in welchem zusätzlich noch Hormone enthalten sind. Aus diesem Grund kommt Fisch nur als deutlich gekennzeichneter Wildfang in Frage. Fleisch lässt sich beim Bauern oder beim Fleischer des Vertrauens kaufen, wo die Haltung der Tiere bekannt ist. Wild wiederum bieten manche Züchter oder auch Jäger an. Des Weiteren kommen auch Meeresfrüchte und Geflügel in Frage. Knollen wie Yams und Süßkartoffel ebenfalls. Unverzichtbar sind zudem Nüsse, Öle und verschiedene Samen, denn sie liefern eine Reihe an wertvollen Nährstoffen.

Keine Diät, überflüssiges Fett verschwindet trotzdem
Da Getreideprodukte, Kartoffeln und Reis bekannte Lieferanten von Kohlenhydraten sind, aber bei der Paleo-Ernährung nicht mehr in den Speiseplan aufgenommen werden, mag vielleicht mancher befürchten, dass es an Energie fehlt. Dem ist aber nicht so. Zunächst wird der Körper aufgrund der geringeren Kohlenhydratzufuhr feststellen, dass er seine Energie anderweitig beziehen muss. Dementsprechend greift er zunächst die Fettreserven an, was zu einem wünschenswerten Nebeneffekt führt. In Obst, Gemüse und Süßkartoffeln sind zudem ausreichend Kohlenhydrate vorhanden. Bei dem Ernährungsprinzip kommen sie zwar nicht in den gewohnten Mengen vor, sie genügen aber, um dem Körper die notwendige Energie zu liefern. Wer sich an die Prinzipien dieses Modells hält, kann in vielerlei Hinsicht profitieren. Neben dem bereits erwähnten Verlust von Körperfett haben Studien mehrere Effekte nachgewiesen. Dazu gehört unter anderem, dass sich der Blutzuckerwert verbessert und das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen sinkt. Abgesehen von der Beschaffung der Lebensmittel, welche mehr Aufwand und mehr Geld erfordert als bei der herkömmlichen Ernährung, ist sie einfach umsetzbar. Schließlich gibt es keine festgelegten Mengen, die pro Tag gegessen werden können – schon allein deswegen ist der Diätbegriff fehl am Platz.

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