Maronen – unschlagbar gesunder Snack vom Weihnachtsmarkt

Maronen

Wer kennt nicht die kleinen Buden, die auf den Weihnachtsmärkten geröstete Maronen anbieten. Wie gesund allerdings diese europäischen Exoten sind, wissen die wenigsten. Die Früchte der Esskastanie haben es in sich. Sie sind basisch, haben wenig Fett und Kalorien und für die glutenfreie Küche sind sie eine wunderbar wertvolle Zutat.

Esskastanien Herkunft
Die Edelkastanie (Castanea sativa) stammt ursprünglich aus dem vorderasiatischen Raum. Während der Antike wurde sie durch die Römer im gesamten Mittelmeerraum verbreitet. Auch Karl der Große hat den Anbau von Esskastanien sehr gefördert, die Bäume wurden auf überall auf kaiserlichem Grund und von Klöstern angebaut. Damals war die Edelkastanie für viele ein wichtiges Lebensmittel, gekocht, als Suppe und als Mehl. Auch als Kraftfutter für die Tiere wurde sie sehr geschätzt. Im südlichen Alpengebiet, war sie sogar noch bis ins 19. Jahrhundert ein Grundnahrungsmittel.

Heutzutage wird sie in warmen Klima der mediterranen Regionen angebaut. Heutige Hauptanbaugebiete sind Tessin, Südtirol, Südfrankreich, die türkische Mittelmeerküste und die ungarische Tiefebene. Im nördlichen Klima (über 48.-50. Breitgrad) wachsen die Früchte der Edelkastanie nicht regelmäßig um sie als Nahrungsmittellieferant anzubauen. Deswegen ist die Esskastanie bei uns in Mitteleuropa nach wie vor ein ausgefallenes Lebensmittel.

Eine Bratpfanne voller leckerer, gersteter Kastanien (Maroni)Marone = Esskastanie?
Beide gehören zwar zu den Edelkastanien, jedoch sind es zwei unterschiedliche Arten. Die Maroni ist eine Weiterzüchtung der Esskastanie und wird speziell für die kommerzielle Vermarktung wie Weihnachtsmärkte und Supermärkte verwendet, da sie größer, süßer und leichter zu schälen ist.
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Früchte
Die Früchte der Edelkastanie fallen, wenn sie reife sind, im September und Oktober von den Bäumen. Dabei platzen die stacheligen Aussenhüllen auf und geben zwei bis drei rotbraune Nüsse frei. Diese können so allerdings noch nicht verzehrt werden. Vorher muss noch die braune Schale und die darunter liegende Haut entfernt werden. Dies wird meist durch Kochen oder Rösten gemacht, dazu wird die Schale kreuzweise eingeschnitten.

Geschmack
Maronen und Esskastanien schmecken mehlig, nussig und leicht süß. Maronen sind meist süßer als die Esskastanien.

Hochwertige Nährstoffe
Maronen und Esskastanien sind besonders wegen ihres basischen Nährwertes beachtenswert. Sie enthalten Ballaststoffe, viele Mineralstoffe und Spurenelemente, wie Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Phosphor, Schwefel, Kupfer. Edelkastanien enthalten zudem fast alle B-Vitamine, was sie zu einer hervorragenden Nervennahrung macht. Darüber hinaus sind auch Vitamin E, C und A reichlich vertreten. Sie sind fast fettfrei, 100 g enthalten nur 2 g Fett. Außerdem sind die essbaren Kastanien hochwertige Eiweißlieferanten und sind so sättigend und nahrhaft, dass 100 g eine ganze Mahlzeit ersetzen können. Früher hieß es, ein Kastanien-Baum genügt, dass ein Mensch gut versorgt durch den Winter kommt.

Kastanien machen lange satt, da sie den Blutzuckerspiegel recht stabil halten.

Basische Kraft pur
Durch die besondere Zusammensetzung sind Esskastanien sehr basenreich. Das heißt sie sind sehr magenfreundlich und helfen bei verschiedenen Verdauungsbeschwerden, die durch Übersäuerung entstehen. Gerade in der Adventszeit mit all den süßen Plätzchen, Lebkuchen und dem Glühwein, neigen wir dazu, uns unausgewogen zu ernähren. Dies hat oft zur Folge, dass wir übersäuern. Wir sind müder, weniger stressresistent und auch anfälliger für Infekte. Wenn wir statt Plätzchen und Co. lieber ab und zu leckere Maronen essen, machen wir schon ganz viel für unsere Gesundheit im Winter.

Basischer Maronenbrei bei Verdauungsbeschwerden

Man kann sich bei Magen-Beschwerden auch einfach einen Maronenbrei aus einer Handvoll gekochter Maronen zubereiten. Diese werden püriert mit etwas Wasser und 1 El Hildegard von Bingen Maronenbrei Pulver (gibt es fertig zu kaufen) vermischt und erwärmt. Dieser Brei kann regelmäßig eingenommen bei chronischen Magenschleimhautentzündungen helfen.

Vielfältige Nussfrucht
Maronen gibt es übrigens nicht nur geröstet auf dem Weihnachtsmarkt. Man kann sie roh oder schon vorgekocht im Supermarkt kaufen. Aus ihnen lassen sich leckere Suppen und Desserts zaubern. Auch als Beilage an Stelle von Kartoffeln schmecken sie lecker. Esskastanien lassen sich gut mit anderen basischen Lebensmitteln, wie Kartoffeln und gekochtem Gemüse kombinieren. Als Zusatzplus bereichern sie die glutenfreie Küche um eine extrem nahrhafte Zutat. Aus dem Mehl der Kastanie können Brote und Pasta hergestellt werden.

Leckere Esskastanien-Rezepte
Besonders ideal sind Maronen-Gerichte am Abend, sie sind leicht verdaulich und bringen durch ihren hohen Mineralstoff und Tryptophan-Gehalt Entspannung und lassen uns gut schlafen.

Maronen-SuppeMaronisuppe mit Petersilie
200 g Kartoffeln
100 g gekochte Maronen
1 TL Pfeffer, rosa
50 g gemahlene Haselnüsse
750 ml Milch, Haferdrink, Reismilch oder Haselnussmilch (dann die gemahlenen Haselnüsse weglassen)
Salz

Zuerst die Kartoffeln mit Schale kochen (so gehen einige Nährstoffe aus der Schale in die Kartoffel), währenddessen die Maronen hacken und den rosa Pfeffer mörsern. Wenn die Kartoffeln gar sind, schälen und mit einem Teil der Milch bzw. dem veganen Ersatz pürieren. Den Rest der Milch aufkochen mit der Kartoffelcreme verrühren, mit Salz abschmecken, die gehackten Maronen und den rosa Pfeffer hinzugeben.

 

Gemischter Salat mit gerösteten Maronen
200 g gemischter Salat
1 große rote oder gelbe Paprika
6-10 Maronen geröstet
4 EL Olivenöl
etwas Walnussöl
Salz
Pfeffer
frische Kräuter (z.B. Petersilie, Schnittlauch, Kresse) nach Belieben

Die Maronen quer über die gewölbte Seite einschneiden und in einer Pfanne rösten.

Dabei immer wieder wenden. Die Maronen sind fertig, wenn man sie mit dem Daumen eindrücken kann. Die Maronen etwas abkühlen lassen und schälen.

Während die Maronen in der Pfanne rösten, den Salat waschen und evt. auszupfen. Die Paprika in kleine Stücke schneiden. Alles zusammen mit dem Olivenöl vermischen. Etwas vom Walnussöl darüber träufeln, gibt eine zusätzliche nussige Note. Mit Salz, Pfeffer und frischen Kräutern abschmecken. Die gerösteten warmen Maronen halbieren unterheben.

 

Maronen Dessert
500 g Maronen (roh oder vorgegart)
170 ml Milch (oder veganen Ersatz)
Prise Salz
1/2 TL Vanillepulver oder eine Vanilleschote
etwas Rum bzw. Rum-Aroma
evt. 50 g Rohrohrzucker
125 ml Schlagsahne (oder veganen Ersatz)

Pure de marrons

Maronen-Püree

Die rohen Maronen kreuzweise einschneiden (Ganz wichtig, sonst zerplatzen sie im Ofen!) und ca. 10 Minuten im vorgeheizten Backofen bei 200°C rösten. Noch heiß schälen. Mit der Milch und dem Salz ca. 30-40 Minuten kochen. Anschließend pürieren und mit der Vanille vermischen. 1-2 El Rum für Geschmack hinzugeben, wenn Kinder mitessen, dann einfach Rum-Aroma nehmen. Wem die Natursüße der Maronen nicht langt, gibt einfach noch Rohrohrzucker hinzu. Alles durch eine Spritztülle in die Dessertscalen garnieren, geschlagene Sahne dazu und geniessen. Hmm!

Maronen Püree als Dessert kennt man vor allem in Ungarn, Südfrankreich, Südtirol und in der Schweiz. In der Schweiz ist es unter dem Namen Vermicelles bekannt.

Das Püree lässt sich auch gut einfrieren.

 

Lagerung
Frische Esskastanien sind recht empfindlich und halten etwa nur eine Woche im Kühlschrank. Mit Schale in kaltem Wasser für eine Stunde blanchiert halten sie tiefgekühlt ungefähr ein halbes Jahr. Man kann sie auch gekocht und geschält einfrieren.