Kürbiskerne – Gesunde Knabbereien

Die grünen Kerne schmecken nicht nur auf dem Laugenbrötchen gut. Als leckere Zutat zum Salat, zur Suppe oder zur Gemüsepfanne verfeinern sie das jeweilige Gericht. Und das beste ist, sie sind obendrein noch sehr gesund. Kürbiskerne haben vor allem eine hohe gesundheitliche Wirksamkeit für Prostata und Blase.

Herkunft und Geschichte
Der Kürbis (Cucurbita) selbst ist eine der ältesten Nutz- und Kulturpflanzen. Die großen leuchtend orangen Kürbisse stammen ursprünglich aus Amerika. In Südamerika waren die Kürbissamen schon bei den Azteken 1300-1500 v.Chr. ein hoch geschätzte Nahrungsquelle, die damals auch schon für ihren gesundheitlichen Nutzen bekannt war. In Nordamerika boten die nahrhaften Früchte den ersten Siedlern eine sichere Nahrungsquelle. Die Siedler schickten die robusten Kerne ihren Verwandten nach Europa und so hat sich dieses schmackhafte Gemüse mit den nahrhaften Kernen auch hier verbreitet. Vor allem in Osteuropa und in Griechenland sind die Kürbiskerne ein fester Bestandteil auf dem täglichen Speiseplan.

Warme Anbaugebiete
Die Kürbispflanzen sind frostempfindlich und gedeihen am besten auf warmen Böden. Daher wachsen sie in Mitteleuropa am besten in Österreich und Ungarn. In Österreich werden jährlich Kürbiskerne im Wert von 16 Millionen Euro geerntet. Hauptanbaugebiet für Kürbiskerne in Österreich ist die Steiermark. Dort wurde der Garten-Kürbis seit dem 19.Jahrhundert so gezüchtet, dass die Schale der Kerne nicht mehr verholzt ist. Die Kürbiskerne sind bei dieser Züchtung nur noch von einem Silberhäutchen umgeben, das einfach abgebürstet werden kann. Weltweit ist China der größte Kürbiskernproduzent, weitere wichtige Anbaugebiete sind Indien, Russland, Ukraine, Mexiko, USA, Argentinien und Südafrika.

Gewinnung
Für die Ernte der Kerne werden die reifen Kürbisse aufgeschnitten und die Kerne entnommen, gewaschen und bei 70°C getrocknet. Anschliessend werden die Kerne gebürstet um sie vom Silberhäutchen zu befreien. Ein Kürbis enthält im Schnitt etwa 100 Kerne.

Wertvolle Inhaltsstoffe und ihre Wirkung
Kürbiskerne enthalten viele ungesättigte Fettsäuren (mehr als 80%), Mineralstoffe, Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe und Enzyme. Viele der hochwirksamen Pflanzenstoffe helfen bei Beschwerden mit der Prostata und der Blase.

Vitamine
An Vitaminen enthalten die grünen Kerne B-Vitamine, wie B1, B2 und B6, sowie Vitamin A,C, D und E. Auch wenn Kürbissamen nicht die reichste Quelle an Vitamin E in Form von Alpha-Tocopherol (Anti Aging Vitamin) ist, haben neueste Studien erwiesen, dass Kürbiskerne uns mit einem sehr breitgefächerten Vitamin E Angebot versorgen. In Kürbissamen enthält das Vitamin E Alpha-,Gamma-, Delta-Tocopherol sowie Alpha- und Gamma-Tocomonoenol. Vor allem die letzten beiden Formen des Vitamin E kommen fast nur in Kürbiskernen vor. Neueste Forschungen zeigen, dass diese neben ihrer antioxidativen Wirkung eine größere Bioverfügbarkeit haben als andere Vitamin E Formen.[1]

Carotinoide (Pro-Vitamin A)
Die dunkelgrüne Farbe der Kerne kommen von den Carotinoiden und Porphyrine, diese helfen der sich Haut vor Sonneneinstrahlung und negativen Umwelteinflüssen zu schützen. Carotinoide wirken antioxidativ schützen so den Körper vor freien Radikalen und stärken unser Immunsystem.

Mineralstoffe
Kürbiskerne sind ein gute Quelle für die Knochen-Mineralstoffe Phosphor, Magnesium und vor allem Mangan. Zudem liefern sie auch viel Zink und Eisen. Gerade für ihren Zink Gehalt wurden sie von der WHO empfohlen. Zink stärkt das Immunsystem und steigert unsere Abwehrkräfte in der Erkältungszeit.

Phytosterole oder Phytosterine
Doch was die Kerne so besonders macht, sind ihre pflanzlichen Hormonstoffe, die sogenannten Lingane. Diese geben den grünen Samen ihre medizinische Bedeutsamkeit. Sie kommen hauptsächlich in Pflanzenölen vor, das Phytosterol der Kerne hat unter anderem eine cholesterinsenkende Wirkung. Die Phytosterine können bei Prostatabeschwerden und Blasenleiden vorbeugen und helfen. Auch bei einer Reizblase können Kürbiskerne hilfreich sein. Hier wirken die Inhaltsstoffe der Kerne beruhigend auf den Urogenitaltrakt. Es genügt einfach 2-3 El Kürbiskerne über den Tag verteilt zu essen.

Glykoside
Der regelmäßige Verzehr von Kürbiskernen kann gutartige Prostata-Vergrößerungen bremsen, zurückbilden oder gar verhindern. Dies ist auf die Phenolglykoside der Kürbiskerne zurückzuführen . [2]

Phytoöstrogene
Darüber hinaus enthalten die Kürbiskerne hormonell wirksame Stoffe, die Phytoöstrogene. Diese können je nach Konzentration hilfreich in den Wechseljahren sein und unter anderem auch Prostatavergrößerungen entgegen wirken.

Enzyme
Bei Harnwegserkrankungen wurde in der Volksmedizin schon immer gerne auf Kürbiskerne zurückgegriffen. Die Prostatahyperplasie (vergrößerte Prostata) entsteht durch Veränderungen im Hormonhaushalt. Auch die Enzyme in den Kürbiskernen können hier gut helfen, indem sie den Enzymen und Hormonen die das Wachstum fördern entgegenwirken.

Öle
Der Ölgehalt der Kerne liegt bei ca. 50%. Die Zusammensetzung ist ähnlich dem Maiskeim- oder Sonnenblumenöl. Das Kürbiskernöl besteht aus Palmitinsäure, Stearinsäure, Ölsäure und Linolsäure. Vor allem die Linolsäure ist wichtig für die gesund Ernährung, da unser Körper sie nicht selbst bilden kann. Linolsäure ist reich an ungesättigten Fettsäuren, die unser Körper zur Regulierung des Fettstoffwechsels braucht.

Tryptophan
Neben all den gesundheitlichen Vorteilen sind die kleinen grünen Kerne auch Glücklichmacher. Die Kürbiskernen enthalten viel von der Aminosäure Tryptophan. Diese brauchen wir für die Produktion unseres Glückshormons Serotonin. Als kleine Randnotiz: Kürbiskerne werden in der Volksmedizin auch bei Bandwürmern angewendet.

Frischer Salat

Verzehrvorschläge
Kürbiskerne mit ihrem unvergleichlichen Geschmack verfeinern einfach und wunderbar viele Gerichte. Man kann sie

  • über gedünstetes Gemüse streuen.
  • über Suppen (vor allem sehr lecker zu Kürbissuppe)
  • einfach über Salat streuen.
  • für ein leckeres Salatdressing verwenden : Kürbiskern zerkleinern, mit frischen kleingehackten Knoblauch, Petersilie Korianderblättern, Olivenöl und Zitronensaft vermischen.
  • gehackt ins Müsli mischen.
  • beim Backen in Müsliriegel oder Haferkeksen als Zutat verwenden.
  • zerkleinert in Bratlinge mischen.

Kauf und Röstung
Am besten ist es Kürbissamen aus biologischem Anbau zu kaufen, um Pestizid und Düngerbelastungen zu vermeiden. Und noch besser ist es sie roh zu kaufen und selber zu Hause zu rösten. Damit kann man ganz sicher sein, dass all die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Hierzu die Kerne auf einem Backpapier verteilen und bei 70°C ca. 15-20 min rösten. Auf keinen Fall länger als 20 min, da darüber hinaus sich sonst die gesunden Fettsäuren in ungesunde Transfettsäuren verändern. Durch das Rösten erhalten die Kerne ihren leckeren Geschmack.

Lagerung
Wegen des hohen Fettgehalts sollten Kürbiskerne luftdicht im Kühlschrank aufbewahrt werden. Sie halten sich so 6-8 Monate, schmecken aber am besten in den ersten beiden Monaten.

 

[1] Laboratory for Olive Oil Testing, Science and Research Centre of Koper, University of Primorska, Zelena ulica 8, SI-6310 Izola, Slovenia.; LABS, LLC – Institute for Ecology, Olive Oil and Control, Zelena ulica 8, SI-6310 Izola, Slovenia.; Stazione Sperimentale per le Industrie degli Oli e dei Grassi, Via Giuseppe Colombo 79, 20133 Milano, Italy.; Food Science and Technology Department, Chair of Biotechnology, Microbiology and Food Safety, Biotechnical Faculty, University of Ljubljana, Jamnikarjeva 101, SI-1000, Ljubljana, Slovenia. Electronic address: peter.raspor@bf.uni-lj.si.

[2] Studie Dr. Caesar B. Schmidlin und Dr. Matthias H. Kreuter, Schweiz