Hanfsamen – Proteinpower für alle

Hanfsamen

Hanfsamen stecken so voller hochwertiger Fettsäuren und vielen weiteren Vitalstoffen, dass sie auf jeden Ernährungsplan stehen sollten. Leider kennen viele die kleinen Samen nicht oder nur als Beimischung im Vogelfutter. Dabei wussten schon unsere Ahnen die Vorteile der kleinen Körner für unsere Gesundheit zu schätzen.

Geschichte und Herkunft
Hanf (Cannabis sativa) ist eine der älteste Kulturpflanzen der Menschen. Schon um 6500 v.Ch. wurde in China aus der vielfältigen verwendbaren Pflanze Stoffe erzeugt. Später wurden auch die Samen als hochwertige Nahrungsmittel verwendet. Medizinisch werden sie auch heute noch im TCM zur Regulierung des Blutflusses und des Chi (Lebensenergie) eingesetzt.
Was viele nicht mehr wissen ist, dass man in Nordamerika bis ins 19. Jhdt. seine Steuern mit Hanf zahlen konnte, da er so ein bedeutender Rohstoff war.
Auch in Europa war Hanf eine wichtige Pflanze, sie wurde zur Herstellung von Stoffen und Seilen verwendet. Ebenso fanden die Hanfsamen und das proteinreiche Hanfmehl ihren Einsatz.

Diffamierung des Hanfs
Nach dem zweiten Weltkrieg verschwand Hanf leider als vielfältige und gesunde Pflanze, da Hanf und Marihuana gleichgesetzt wurden. Vorangetrieben wurde diese Diffamierung durch Harry J. Anslinger. Verdrängt wurde Hanf als Textilfaser vornehmlich durch die Kunstfasern von DuPont und anderen Produkten der Petrochemie- und Papierindustrie.

Heutzutage wird langsam wieder der Nutzen der Hanfpflanzen von einer größeren Öffentlichkeit beachtet. Aus Hanf kann vor Ort Stoff, Papier, Seile und Plastik hergestellt werden.

Hochwertige und nährstoffreiche Lebensmittel werden ebenfalls aus Hanf gewonnen, wie Öle, Samen, Mehl, Pulver, vegane Joghurts und und und. Diese zeichnet vor allem ihr hoher Proteinwert aus. Jedoch kann Hanf aktuell nur vereinzelt mit hohen gesetzlichen Auflagen angebaut werden, auch wenn in den Produkten für den Lebensmittelmarkt kein THC (der psychoaktive Wirkstoff) enthalten ist.

Gesundheitlicher Nutzen
Hanf ist nicht nur als regional nachwachsender Rohstoff so wertvoll, sondern auch wegen dem hohen Nährwert und gesundheitlichen Nutzen seiner Samen. Hanfsamen sind die nahrhaftesten Samen der Welt.

Vor allem der Eiweißgehalt in den Samen ist beachtenswert. Dieser ist so konzentriert und gleichzeitig ausbalanciert, dass sie eine hervorragende Proteinquelle nicht nur für Veganer und Vegetarier sind. Die Verteilung von Proteinen, essentiellen Fettsäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen ist in den Samen hervorragend.

Omega-3 und Omega-6
Omega-3 und Omega- 6 kommen in Hanfsamen in perfekter Balance vor, so können wir optimal damit versorgt werden. Der menschliche Körper benötigt eine Verteilung der Omega 6 und 3 Fettsäuren in einem Verhältnis von 3:1 oder 4:1. Hanfsamen sind die einzige Ölsaat (weder andere Nüsse noch Öle enthalten dieses Verhältnis), die dieses Verhältnis perfekt (3,75:1 Omega-6 zu Omega-3) anbieten kann. Sie helfen so bei chronischen Entzündungen, Nervenleiden und Herzkreislaufproblemen. Leinsamen haben ein genau umgekehrtes Verhältnis, also 1:4 von Omega 6 zu Omega 3 und können den Körper somit nicht optimal versorgen. Nüsse und Ölsamen, die nicht die optimale Balance der Fettsäuren haben, wirken im Übermaß gegessen dann sogar gesundheitsschädigend.

Gamma-Linolensäure
Das Öl der Hanfsamen enthält 75-80% mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Hanfsamen haben somit das höchste pflanzliche Vorkommen an ungesättigten Fettsäuren. Wir müssend diese Fettsäuren über die Nahrung zu uns nehmen, da wir sie nicht selbst im Körper herstellen können. Wir brauchen sie um Energie zu erhalten, ohne ungesättigte Fettsäuren funktioniert unser Immunsystem nicht mehr richtig und wir leiden an Mangelerscheinungen. Hanfsamen sind vor allem reich an Linol-, Alpha- und Gamma-Linolensäure (GLA). Besonders die seltene Gamma-Linolensäure punktet mit vielen Vorteilen für die Gesundheit. Sie kann bei Arthritis, Neurodermitis und PMS (prämenstruellen Syndrom) helfen. Darüber hinaus verbessert sie das Hautbild, stärkt die Nägel und lässt das Haar gesund wachsen. GLA regt den Stoffwechsel an und ist so auch hilfreich bei der Gewichtsabnahme.

Proteine
Die Proteine in den Hanfsamen sind so hochwertig, dass sie besser verstoffwechselt d.h. aufgenommen werden, als die Proteine von Fleisch, Eiern und Milchprodukten. Das Eiweiß der Hanfsamen enthält alle 20 bekannten Aminosäuren mit den 9 essentiellen Aminosäuren, die unser Körper nicht selbst produzieren kann. Ungefähr 65% des Eiweißgehalts besteht aus dem Eiweiß Edestin, dieses kommt nur in den Hanfsamen vor. Edestin ist unter anderem ein wichtiger Bestandteil der Zell-DNA. Die restlichen 35% bestehen aus Albumin, ein anderes hochwertiges Eiweiß, ähnlich dem Proteinbaustein im Hühnereiweiß. Dieses kommt hauptsächlich im Blut vor. Zudem ist das Eiweiß der Hanfsamen frei von Trypsin-Inhibitoren (in Sojabohnen enthalten), die bei der Verdauung die Eiweißaufnahme blockieren. Außerdem enthalten Hanfsamen auch keine Oligosaccharide, wie sie ebenfalls in Sojabohnen vorkommen. Diese verursachen oft Verdauungsprobleme und Blähungen. So ist das Eiweiß in Hanfsamen besser verfügbar als in Sojabohnen.

Schul-Superfood
Da in Hanfsamen keine Phytohormone wie die Sojabohnen enthalten und somit der Hormonhaushalt nicht beeinflusst wird, sind sie auch für Kinder gut geeignet. Durch ihre optimale Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren Balance fördern sie die Gehirnleistung. Sie sind sozusagen ein Schul-Superfood und unterstützen das Lernen.

Anitoxidantien
Hanfsamen enthalten auch Antioxidantien. Sie sind reich an Vitamin E und Phytol. Vitamin E mit dem darin enthaltenen Tocopherol, ist bekannt für seine zellschützende Wirkung und hilft unter anderem bei Alzheimer und Arteriosklerose.

B-Vitamine
Hanfsamen enthalten auch die B-Vitamine 1, 2 und 6. Vitamin B1 (Thiamin) ist wichtig für unseren Stoffwechsel und spielt bei der Funktion des Nervensystems eine entscheidende Rolle. Am besten wird es zusammen mit Vitamin B 6 aufgenommen. Vitamin B 6 (Pyridoxin) ist ebenfalls in den Hanfsamen enthalten und ist am Eiweißstoffwechsel, am Nervenstoffwechsel sowie an der Blutbildung beteiligt. Vitamin B 2 (Riboflavin) ist ein Baustein für verschiedenen Stoffwechselvorgänge und hilft bei der Umwandlung von Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette in Energie.

Mineralstoffe
In Hanfsamen sind auch Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Schwefel, Kupfer, Kalium, Phosphor und Zink enthalten. Sie alle tragen zu unserer Gesundheit bei. Durch die Vielfalt der Nährstoffe ist eine gute Bioverfügbarkeit dieser gewährleistet.

Verträglichkeit bei Allergien und Unverträglickeiten
Die kleinen Samen sind für jeden gut verträglich. Dies ist besonders für Menschen mit Nahrungsmittelallergien oder Unverträglichkeiten interessant. Gerade diese Menschen müssen bei ihrer Ernährung darauf achten, dass die Nährstoffzufuhr ausgewogen bleibt. Hanfsamen bieten ihnen hier eine besonders gut verträgliche Proteinquelle.

Verzehrempfehlung
Von den vielen Vorteilen der Hanfsamen für die Gesundheit profitiert man am besten, indem sie regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Die empfohlene Menge um sich optimal mit den Nährstoffen zu versorgen sind vier Esslöffel am Tag. Diese Menge versorgt uns mit 15g essentielle Fettsäuren (Omega-3, Omega-6, Gamma-Linolensäure) und 15g hochwertiges pflanzliches Protein.

Der nussige Geschmack der Hanfsamen verfeinert nicht nur Müslis und Salate, sondern auch Suppen. Einfach ein bis zwei Esslöffel darüber streuen und geniessen. Sie können aber auch einfach so zwischendurch geknabbert werden.

Für Naschkatzen gibt es mittlerweile z.B. von Chiron Hanfsamen im Schokomantel. Dies wäre für Kinder auch eine gesunde Nascherei für zwischendurch.