Echter Schwarzkümmel – Wunderheilmittel?

Schwarzkümmel

Heilmittel gegen alle Krankheiten, ausgenommen den Tod so wird die Kraft des Schwarzkümmels schon in der orientalischen Antike beschrieben. Dem kleinen schwarzen Samen werden viele gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben. So soll er MRSA besiegen, den Körper entgiften, bei Diabetes die Bauchspeicheldrüse heilen, antiviral und antibakteriell sein, Magengeschwüre heilen und bei Krebs den Tumorwachstum hemmen. Und doch kennen nur wenige den echten Schwarzkümmel.

Heilwirkungen
In den letzten 50 Jahren wurden mehr als 650 Studien über den Schwarzkümmel (Nigella sativa) veröffentlicht und alle bestätigen die hervorragenden heilenden Eigenschaften des Schwarzkümmels. Echter Schwarzkümmel unterstützt bei vielen Erkrankungen die Heilung und kann auch präventiv eingesetzt werden.

  • Schwarzkümmel hat positive Einfluss bei Schmerzen, bakteriellen,viralen und mykotischen Infektionen.
  • Die schmerzlindernde Wirkung wurde bei akuter Pharyngitis (Rachenentzündung) nachgewiesen.
  • Für Diabetiker soll er Wunder bewirken, da er Einfluss auf den Insulinspiegel nimmt und die Bauchspeicheldrüse regeneriert.
  • Er lindert Asthmasymptome, hilft bei Bronchialbeschwerden und ist blutdrucksenkend.
  • Es wurde herausgefunden, dass das Öl der Samen sogar bei MRSA wirksam ist.
  • Schwarzkümmel hat eine harntreibende Wirkung und ist so förderlich für Niere und Blase.
  • Durch seinen anregenden Effekt auf die Galle, unterstützt er auch die Verdauung und die Leber.
  • Er reguliert und stabilisiert Immun-, Hormon- und Nervensystem.

ADHS
Es wird auch berichtet, dass Schwarzkümmel bei ADHS positive Effekte bewirkt. Die Kinder wären bei regelmäßiger Einnahme ausgeglichener und emotional stabiler. Dies lässt sich auf die essentiellen Fettsäuren, die in den Samen enthalten sind, zurückführen. Essentielle Fettsäuren sind für viele Stoffwechselvorgänge in unserem Körper zuständig, unter anderem auch für die Nervenimpulsübertragung im Gehirn. Wegen richtiger Dosierung bitte mit einem naturheilkundlichen Arzt oder Heilpraktiker Rücksprache halten.

Allergien
Für viele Allergiker kann Schwarzkümmel eine Linderung herbeiführen. Die meisten Allergiker haben einen Enzymdefekt und können Prostaglandine nicht mehr selbst herstellen. Bestimmte Prostaglandine wirken entzündungshemmend. Hier hilft dann Schwarzkümmel, wenn es regelmäßig eingenommen wird. Es unterstützt die Herstellung von entzündungshemmenden Prostaglandin und kann so viele allergische Symptome lindern. Schwarzkümmel ist nicht nur wirksam bei Pollen- und Stauballergie, sondern auch bei Neurodermitis und Asthma.

Krebsprävention und -behandlung
Viel Beachtung erhält Schwarzkümmel bei der Prävention und Behandlung von Krebs. Im Vorderen Orient ist Schwarzkümmel schon lange als Phytotherapeutikum (Pflanzenheilmittel) bei Krebs bekannt. Studien haben herausgefunden, dass regelmäßiger Verzehr von Schwarzkümmel Darmkrebs am Wachstum hindert. Forscher am Cancer Immuno-Biology Laboratory (South Carolina, USA) haben herausgefunden, dass Nigella sativa die Aktivität der weißen Blutkörperchen anregt. Diese bekämpfen Krebszellen in unserem Körper und verhindern Tumorbildung. Darüber hinaus hilft Schwarzkümmel bei der Knochenmarks- und Interferon-Produktion. Interferon schützt unser Immunsystem und wirkt antiviral und antitumoral.

Wirkstoffe
Wie alle Ölsamen enthält Schwarzkümmel viele ungesättigte Fettsäuren, ätherische Öle und weitere hochwirksame pflanzliche Bestandteile.

Ätherische Öle
Die Anteil der ätherischen Öle im Schwarzkümmel ist mit 1% sehr gering. Doch diese haben eine starke desinfizierende, antimykotische und antioxidative Wirkung.

Das ätherische Öl besteht zu 50% aus Thymochinon, dass in hoher Dosierung toxisch (giftig ) wirkt, aber richtig angewendet bei Allergien hilft. Arabische Studien fanden heraus, dass dieser biochemische Bestandteil auch den Blutzuckerspiegel positiv beeinflusst.

Ungesättigte Fettsäuren
Echter Schwarzkümmel enthält an ungesättigten Fettsäuren 60% Linolsäure, 3% Eicosadiensäure (diese ist vor allem für Allergiker wichtig) und 10% Dihomolinolsäure. Die restlichen 30% sind gesättigte Fettsäuren.

Ungesättigte Fettsäuren auch essentielle Fettsäuren genannt, sind lebenswichtig für uns, da sie unser Körper nicht selbst herstellen kann. Essentielle Fettsäuren sind an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Sie sind unter anderem wichtig für die Nervenimpulsübertragung, für das Gehirn und das Immunsystem. Gerade Allergiker müssen mehr ungesättigte Fettsäuren zu sich nehmen, wie schon erwähnt.

Einzelwirkstoffe des Schwarzkümmels
Bei Erkrankungen der Atemwege wird das Saponin Melanthin wirksam, welches einen sekretlösenden Effekt hat. Der Bitterstoff Nigellin fördert die Verdauung und hat eine ausleitende Wirkung, was die Entgiftung des Organismus fördert. Der ätherische Wirkstoff Nigellon Semohiprepinon entsteht bei längerer Lagerung und lindert Asthma, Keuchhusten und Hustenkrämpfe, da er krampflösend ist und das Abhusten von Schleim fördert.

Vitamine
An Vitaminen enthält Schwarzkümmel:

  • Provitamin A – für Haut, Haare, Augen
  • Vitamin B1, B2, B6 – für Nerven, Gehirnfunktion, Stoffwechsel, seelische Gesundheit
  • Biotin – schöne Haut, Haare, Nägel und fördert den Stoffwechsel
  • Folsäure – für Zellstoffwechsel, wichtig in der Schwangerschaft für die Entwicklung des Embryos
  • Vitamin C – wirkt antioxidativ, stärkt Immunsystem, fördert die Eisenaufnahme, hilft bei       der Collagenbildung
  • Vitamin E – hat ebenfalls antioxidative Wirkung, schützt die Zellen, gut für den Blutfluss
  • Magnesium – Nervenmineral, gut für Muskelfunktion und Herzgesundheit
  • Selen – hilft bei Entgiftung

Aminosäuren
Schwarzkümmelöl enthält alle essentielle Aminosäuren. Aminosäuren sind Eiweißbausteine, die unser Körper benötigt um Enzyme, Hormone und Eiweiß herzustellen und somit den Stoffwechsel aufrecht zu erhalten.

GeschichteSchwarzkümmel wird im orientalischen Raum seit mehr als über 3.000 Jahren als Gewürz und als Medizin verwendet. Schwarzkümmelöl wurde beispielsweise im Grab von Tutenchamun gefunden. Im arabischen Raum wird Schwarzkümmel als Habbatul brakah bezeichnet, was so viel wie die segensreiche Saat bedeutet. Auch in der Bibel wird der Schwarzkümmel unter dem Namen „Ketzah erwähnt. Der kleine schwarze Samen wurde als allgemeines Stärkungsmittel beschrieben und als Mittel gegen Würmer, Blähungen und Atembeschwerden verwendet. Stillende Mütter nahmen ihn zu sich, um den Milchfluss anzuregen.

Anbau
Schwarzkümmel kommt vor allem aus Ägypten und den umliegenden Ländern. Kultiviert wird er mittlerweile in Südeuropa, Nordafrika und Westasien. Der Ägyptische Schwarzkümmel wird in der Wüste in Oasen angebaut.

Mittlerweile gibt es etwa 20 verschiedene Nigella-Arten. Doch nur die Nigella sativa L. hat die vielen Heilwirkungen. Sie wird oft mit der Zierart Nigella damascena L. verwechselt, deren Samen ähnlich aussehen und riechen. Eine weitere Art ist die giftige Nigella garidella.

Die Zierpflanzen wachsen bei uns unter den Bezeichnungen Jungfer im Grünen, Gretel im Busch oder Braut in Haaren.

Wer die Schwarzkümmelpflanze selbst anbauen möchte sollte darauf achten die echte zu verwenden und die Samen aus dem Fachhandel besorgen.

Verzehrempfehlungen
Damit Schwarzkümmelsamen ihre Wirkungen entfalten können, sollten sie kurmässig eingenommen werden über einen Zeitraum von 3 bis 6 Monaten. Sie sind in der Regel gut verträglich.

Schwarzkümmel wird vor allem wegen seines nussigen und würzigen Aromas geschätzt. Er kann ausser aufs Brot auch auf viele andere Gerichte gestreut werden. So schmeckt er gut zu Salaten, Suppen und Gemüsegerichten oder einfach als Streugewürz aufs Butterbrot.

Die Samen können gemahlen mit Wasser vermischt werden. Dadurch quellen sie auf und es entsteht ähnlich wie bei den Chiasamen ein Gel. Dieses kann einfach getrunken werden oder für vegane Backwaren als Eiersatz verwendet werden.

Wichtig ist beim Einkauf auf hochwertige Ware zu achten, am besten sind Samen aus kontrollierten Bioanbau.