Der Unterschied zwischen Krafttraining und Muskelaufbau

Krafttraining

Häufig wird Krafttraining im gleichen Atemzug mit Muskelaufbautraining genannt. Was dabei aber vergessen wird: Es handelt sich um zwei unterschiedliche Sportarten mit verschiedenen Zielen. Wo liegen diese Unterschiede und wodurch charakterisieren sich diese beiden Methoden?

Kein Krafttraining ohne Muskeln
Wie anhand des Begriffes bereits erkennbar ist, dreht es sich beim Krafttraining völlig vereinfacht gesagt darum, die eigene Kraft zu trainieren und zu steigern. Dass Kraft gleich Masse mal Beschleunigung ist, wird bereits in der Schule im Physikunterricht vermittelt. Für den Sport ist das allerdings eine sehr plastische Darstellung. Bei körperlicher Aktivität ist von Kraft zu sprechen, wenn laut Definition durch das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln gegen einen Widerstand gearbeitet wird. Dieser Widerstand lässt sich überwinden, halten oder es kann ihm nachgegeben werden. Ein Beispiel anhand der Liegestütze zum besseren Verständnis: Das Nachgeben stellt die Bewegung nach unten dar, das Halten das Verbleiben am höchsten Punkt der Spannung und das Überwinden ist die Bewegung nach oben in die Ausgangsposition. Kraft gibt es in verschiedenen Formen wie der Maximalkraft, der Schnellkraft oder der relativen Kraft. Fakt ist, dass Kraft Muskulatur erfordert. Jeder Kraftsportler muss zunächst an Muskelmasse zulegen, bevor er schwere Gewichte bewegt. Diese Tatsache verbindet das Kraft- und Muskelaufbautraining. Allerdings sieht ein Krafttraining völlig anders aus: Hier wird vor allem mit Grundübungen wie dem Bankdrücken, dem Kreuzheben und der Kniebeuge gearbeitet. Die Wiederholungszahlen sind gering, um möglichst hohe Lasten bewältigen zu können. Die sogenannte intramuskuläre Koordination zu verbessern, muss das Ziel des Kraftsportlers sein. Darunter ist zu verstehen, dass möglichst viele Muskelfasern gleichzeitig aktiviert werden. Je mehr Fasern zugeschaltet werden, desto höher ist die Kraftleistung.

Viele Muskeln sind noch kein Anzeichen für viel Kraft
Die Kraft ist für das Muskelaufbautraining, welches auch als Bodybuilding bezeichnet werden kann, eher sekundär. Hier geht es darum, möglichst sichtbare Muskulatur aufzubauen. In Form von Gesundheits- oder Fitnessmaßnahmen ist es auch möglich, dass bestimmte Körperpartien gestärkt oder Ungleichgewichte begradigt werden sollen. In jedem Fall wird mit wesentlich höheren Wiederholungszahlen gearbeitet. Der Muskel wächst vor allem in einem Bereich von sechs bis zwölf Wiederholungen. Es erhöht sich dadurch die Zahl der Sarkomere, der Grundbestandteile der Muskeln, wodurch diese dicker und voluminöser werden. Das verleiht den Bodybuildern unter anderem ihr Aussehen. Die hohen Wiederholungszahlen deuten darauf hin, dass ganz und gar nicht an die Leistungsgrenze gegangen wird. Stattdessen ist eine Intensität von 40 bis 60 Prozent der bestmöglichen Kraft am wirkungsvollsten, um die Muskeln wachsen zu lassen. Demnach sind die meisten Bodybuilder weniger stark als die Kraftsportler, die zwar weniger sichtbare Muskulatur besitzen, aber dafür höhere Lasten bewegen können.

Fazit zum Krafttraining und zum Muskelaufbau
Letztendlich lässt sich sagen, dass beide Methoden für den Körper entsprechende Vorteile mit sich bringen. Für beide Sportarten kann gesagt werden, dass die aufgebaute Muskulatur beispielsweise eine verbesserte, weil stabilere Körperhaltung ermöglicht. Es wird unter anderem die Wirbelsäule entlastet, wodurch sich Rückenschmerzen vorbeugen lassen. Gleichzeitig wird der Mensch aufgrund des Trainings auch im Alltag belastbarer und gewöhnliche Tätigkeiten wie das Tragen der Einkaufstaschen fallen leichter. Eine vermehrte Muskelmasse bringt zudem einen höheren Grundumsatz, wodurch sich auch Körperfett reduzieren lässt. Gerade älteren Menschen ist vor allem der Muskelaufbau zu empfehlen, denn die typischen Beschwerden wie Osteoporose oder Abbau von Gewebsstrukturen lassen sich hinauszögern oder gar vermeiden. Wenn es um die Gesundheit geht, ist das Krafttraining die risikoärmere Variante, denn hier wird nicht an die Leistungsgrenze gegangen und Verletzungen werden damit eher vermieden. Werden die Übungen korrekt und in einem mäßigen Tempo ausgeführt, besteht kaum Gefahr. Zu jedem Training sollten am Anfang zehn bis 15 Minuten Erwärmung eingeplant werden, um den Körper auf Betriebstemperatur zu bringen und auch damit Verletzungen vorzubeugen.