Darmkrebsvorsorge Untersuchung

Darmkrebsvorsorge

Darmkrebs zählt zu den am besten erforschten Krebsarten beim Menschen. Heute weiß man, dass 90% der Darmkrebserkrankungen sich aus zunächst gutartigen Darmpolypen entwickeln. Diese Entartung vom Darmpolyp zum Krebs kann rund 10 Jahre dauern. Die dafür verantwortlichen Genveränderungen sind Wissenschaftlern heutzutage weitgehend bekannt.

Entstehung von Darmkrebs

Phase 1 >

Eine einzelne Zelle der Darmschleimhaut beginnt sich, auf Grund mehrerer kritischer Veränderungen in ihrem Erbgut, unkontrolliert zu teilen. An diesem Ort entstehen immer mehr Zellen, die alle von der einen Zelle abstammen.

Phase 2 >

Die Zellen beginnen sich übereinander zu schieben, was an einer kleinen Verdickung der Darmschleimhaut erkennbar wird. So entsteht eine gutartige Geschwulst.

Phase 3 >

Die sich ständig teilenden Zellen wachsen in den Innenraum des Darmes hinein. Der Darmpolyp ist nun während einer Darmspiegelung gut erkennbar. Noch wächst der Polyp gutartig.

Phase 4 >

Nach einiger Zeit erleiden einzelne Zellen des Polypen weitere, schwerwiegende Genveränderungen.. Sie ignorieren jetzt die natürlichen Eingrenzungen im Gewebe und werden zu bösartigen Krebszellen. Diese dringen weiter in die Darmwand vor und lassen sich von Blut und Lymphflüssigkeit an andere Orte des Körpers treiben wo sie neue Krebskolonien (Metastasen) bilden.

Diese gesamte Entwicklung braucht Zeit – man schätzt, dass sich aus einem kleinen Darmpolypen innerhalb von fünf bis zehn Jahren ein Darmkrebs entwickeln kann. Zeit genug also, um den Darmpolypen mit Hilfe der Darmkrebsvorsorge rechtzeitig zu entdecken und aus dem Körper zu entfernen.

Früherkennung von Darmkrebs

Ab dem Alter von 50 Jahren hat jeder Versicherte Anspruch auf regelmäßige Untersuchungen zur Früherkennung vom Darmkrebs.
Experten schätzen die Früherkennung als sinnvoll ein, je früher der Krebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Es gibt folgende Möglichkeiten:

Stuhluntersuchung

Ab 50 Jahren kann man jährlich den Stuhl untersuchen lassen. Mit dem sogenannten Papierstreifentest oder Stuhltest werden auch kleinste Blutmengen nachgewiesen, welche mit freiem Auge nicht sichtbar sind.

Austastung des Mastdarms

Eine relativ einfache Methode, die der Hausarzt durchführen kann. Der Arzt tastet dabei den Bereich des Mastdarms mit dem Finger ab. Etwa die Hälfte der Tumoren im Mastdarm werden dadurch entdeckt. Allerdings kommen Darmtumore auch in höher gelegenen Abschnitten vor, sodass diese Untersuchung allein nicht reicht.

Darmspiegelung oder Koloskopie

Das ist die zur Zeit effektivste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs. Mit dieser Vorsorgedarmspiegelung lässt sich der Krebs zu nahezu 100% verhindern. Regelmäßig angewandt, können hierbei fast alle Polypen gefunden und entfernt werden. Bei dieser Untersuchung führt der Arzt ein dünnes, schlauchförmiges Untersuchungsgerät (Endoskop) durch den After in den Darm ein. An der Spitze des Gerätes ist eine Minikamera montiert, mit deren Hilfe das Innere des Darms genau inspiziert werden kann. Es können auch kleine Geräte in den Darm eingeschoben werden, mit denen Gewebeproben entnommen werden können oder Darmpolypen entfernt werden können.

Virtuelle Koloskopie

Als High-Tech Verfahren ermöglicht die virtuelle Koloskopie eine Darmspiegelung von außen. Mit der Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) werden Schichtaufnahmen vom Bauchraum erstellt, welche der Arzt dann absuchen kann. Der Vorteil der Methode ist, dass kein Untersuchungsinstrument in den Darm eingeführt werden muss. Allerdings können bei dieser Methode kleine oder flache Darmpolypen übersehen werden. Wenn ein Polyp entdeckt wird, muss eine normale Darmspiegelung durchgeführt werden, um den Polypen zu entfernen.

Polypenentfernung

Darmpolypen gelten als Vorstufe zu Darmkrebs. Grundsätzlich werden deshalb eEntdeckte Polypen entfernt. Dies erfolgt meist während der Darmspiegelung.

Vorsorge für Menschen mit erhöhtem Risiko

Bei Menschen mit familiärem Darmkrebsrisiko gilt, dass die Vorsorge sehr viel früher einsetzen soll. Bei Verdacht auf erblichen Darmkrebs sollte man sich vom Arzt beraten lassen. Junge Menschen aus Familien mit Verdacht auf Darmkrebs sollten deshalb bereits am einem Alter von 25 Jahren zur ersten Vorsorgedarmspiegelung gehen.

Für Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis Ulcerosa, Morbus Chrohn) gelten ebenfalls spezielle Vorsorgeprogramme.

Häufige Fragen rund um Darmkrebs

Kann ich etwas gegen Darmkrebs tun?

Darmkrebs kann durch Vorsorge sehr wirksam bekämpft werden. Die Heilungschancen sind bei 90 bis 100% wenn der Krebs rechtzeitig erkannt wird.

Kriegen nur alte Leute Darmkrebs?

Viele Menschen glauben, vom Darmkrebs ist man nur im fortgeschrittenen Alter betroffen. Die Realität ist, dass nun auch immer mehr junge Leute betroffen sind. Es sterben jährlich tausende von Menschen, obwohl dies durch rechtzeitige Vorsorgeuntersuchungen verhindert werden könnte.

Ist Darmkrebs normalerweise tödlich?

Darmkrebs ist der einzige Krebs, der durch Früherkennung zu fast 100% vermeidbar bzw. heilbar ist.

Sind vor allem Männer von Darmkrebs betroffen?

Die Realität ist, dass bei Männern der Darmkrebs in höherem Alter gefunden wird Frauen sind daher mehr gefährdet.

Kann die virtuelle Darmspiegelung die konventionelle ersetzen?

Das ist nicht so, da die Bildqualität der virtuellen Darmspiegelung nicht so genau ist, wie Bilder einer konventionellen Darmspiegelung und daher Polypen übersehen werden können, welche dann zu Krebs werden.

Ist eine Darmspiegelung nur bei Symptomen notwendig?

Weil die Symptome einer Darmkrebserkrankung oft verborgen sind, ist es sehr wichtig regelmäßig zur einer Spiegelung zu gehen. Rechtzeitig entdeckt werden kann Darmkrebs nur im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung. Die sicherste Form zur Feststellung ist die Darmspiegelung/Koloskopie.